Apikale lange Achse: die Anlotung der sich bewegenden Teilchen erfolgt fast senkrecht zur Bewegungsachse der sich bewegenden Teilchen. Hier Jetrichtung zur Schallrichtung cos 80º = nahezu 0, d.h. kein gutes Aortenfluss-Signal.
Kurs: EchoVisum Grundkurs Echokardiographie
Inhalt / Fortschritt
Flussgeschwindigkeit
Die von den Erythrozyten gestreuten Schallwellen und zum Schallkopf zurückkehrenden Echosignale erfahren gegenüber der Sendefrequenz f des Sendesignals eine geringfügige Frequenzverschiebung Delta f, die von der Größe und Richtung der Blutflussgeschwindigkeit v abhängt. Diese Streuechos aus den Gefäßen sind um den Faktor 100 bis 1000 schwächer als die Echos von den Grenzflächen der Gefäße und Organe und aus dem Gewebe. Ihre Detektierung und Verarbeitung bedarf deshalb einer besonders empfindlichen Gerätetechnik.

Die Doppler-Formel (für spektralen Doppler und Farbdoppler) beschreibt den Zusammenhang zwischen Delta f und v: Delta f = 2 × f/c × v × cos Q. Hierbei ist c die Schallgeschwindigkeit (im Mittel 1540 m/s im Gewebe), v die zu bestimmende Flussgeschwindigkeit und Q der Einstrahlwinkel zur Achse des Gefäßes. Der Faktor 2 berücksichtigt, dass beim Echoverfahren der Doppler-Effekt zweimal beobachtet wird: einmal beim Empfang des Sendesignals durch die bewegten Blutkörperchen, zum zweiten beim Empfang der Echos durch den Schallkopf. Die Frequenzverschiebung Delta f, im Folgenden Dopplerfrequenz genannt, ist ein direktes Maß für v. Bei einer gegebenen Größe von v ist Delta f umso größer je höher die Sendefrequenz f ist.
Delta f hängt ferner vom Einstrahlwinkel ab: Delta f ist am größten bei möglichst parallel zur Gefäßachse einfallendem Schallstrahl. Bei senkrechtem Einfall ist cosQ = 0 und es wird kein Dopplersignal registriert. Zur Bestimmung der Geschwindigkeit v aus der Dopplerfrequenz Delta f muss der Winkel Q im B- oder Farbdoppler-Bild gemessen und eine Winkelkorrektur durchgeführt werden.
Die im Echosignal aus dem Gefäß enthaltene Frequenz f wird durch den Doppler-Effekt um Delta f erhöht oder erniedrigt. Die Frequenz des Echosignals enthält demnach auch die Information über die Flussrichtung (bi-direktioneller Doppler). Bei der Auswertung der Echosignale werden in der Regel Flussgeschwindigkeiten in Richtung auf den Schallkopf zu in der spektralen Dopplerkurve auf der positiven Achse dargestellt (im Farbdoppler Rot kodiert), während sie im Falle der Flussrichtung vom Schallkopf weg auf der negativen Achse (im Farbdoppler Blau kodiert) zur Darstellung kommen. Die im Ultraschall-Frequenzbereich 2 bis 10 MHz und bei physiologischen Flussgeschwindigkeiten von einigen mm/s bis zu 1 - 2 m/s gemessenen Dopplerfrequenzen liegen im Hörbereich von 50 Hz bis 16 kHz und sind damit als Audiosignal dem Ohr direkt zugänglich.

